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Der gute Tropfen und der Blutdruck: Was die Forschung 2026 sagt
Ist ein Glas Rotwein am Abend gut fürs Herz oder treibt es den Blutdruck nach oben? Wir zeigen, was aktuelle Studien, die DGE und die ESC-Leitlinie wirklich sagen, und wie du bewusst genießt.

Foto: Denis Sousa auf Unsplash
Ein Glas Rotwein zum Abendessen, das soll doch gut fürs Herz sein. Diesen Satz hat fast jeder schon einmal gehört, am Stammtisch, in der Familie oder sogar in der Arztpraxis. Doch wie steht es wirklich um den guten Tropfen und den Blutdruck? Die Forschung hat in den letzten Jahren deutlich nachgelegt, und die Ergebnisse sind für Weinliebhaber nicht immer bequem. In diesem Beitrag ordnen wir als Weinmagazin die aktuelle Studienlage ehrlich ein: Was passiert im Körper, wenn du Wein trinkst? Gibt es eine unbedenkliche Menge? Und welche Rolle spielen Polyphenole und alkoholfreie Weine?
Vorab ein wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn du Bluthochdruck hast oder Medikamente nimmst, sprich bitte mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über deinen persönlichen Umgang mit Alkohol.
Warum der gute Tropfen so lange als herzgesund galt
Der Ruf des Rotweins als Herzschutz hat eine lange Geschichte. In den 1990er Jahren machte das sogenannte French Paradox Schlagzeilen: Franzosen essen viel Butter, Käse und fettes Fleisch, erkranken aber vergleichsweise selten am Herzen. Als mögliche Erklärung rückte schnell der Rotwein in den Fokus. Dazu kamen Beobachtungsstudien, in denen moderate Trinker gesünder wirkten als Menschen, die gar keinen Alkohol tranken.
Besonders populär wurde dabei das Resveratrol, ein Polyphenol aus der Traubenschale. Im Labor zeigte es gefäßschützende und antioxidative Eigenschaften. Rotwein enthält davon mehr als Weißwein, weil die Schalen bei der Maischegärung länger mit dem Most in Kontakt bleiben. So entstand das Bild vom gesunden Glas Rotwein.
Heute wissen wir: Viele der alten Studien hatten methodische Schwächen. In der Gruppe der Nichttrinker fanden sich etwa auch ehemalige Vieltrinker oder chronisch kranke Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen auf Alkohol verzichteten. Das ließ moderate Trinker im Vergleich besser dastehen, als sie tatsächlich waren. Zudem trinken Menschen, die regelmäßig ein Glas Wein zum Essen genießen, oft in einem Umfeld mit höherem Einkommen, besserer Ernährung und mehr Bewegung.
Was Alkohol im Körper mit dem Blutdruck macht
Der Zusammenhang zwischen Wein und Blutdruck wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich. Viele Menschen spüren nach einem Glas Wärme im Gesicht und fühlen sich entspannt. Trotzdem steigt der Blutdruck. Wie passt das zusammen?
Kurzfristig: erst weit, dann eng
Unmittelbar nach dem Trinken erweitert Alkohol die Blutgefäße, vor allem in der Gesichtshaut. Das erklärt die typischen roten Wangen und das Hitzegefühl. Der Blutdruck kann in diesem Moment sogar leicht sinken. Dieser Effekt hält aber nur kurz an. Schon bald verengen sich die Gefäße wieder, und die Werte liegen dann häufig über dem Ausgangsniveau.
Langfristig: Nervensystem, Hormone und Gewicht
Forschende gehen davon aus, dass Alkohol das sympathische Nervensystem aktiviert, also jenen Teil des Nervensystems, der den Körper in Alarmbereitschaft versetzt. Es werden vermehrt Stresshormone ausgeschüttet, das Herz schlägt schneller, die Gefäße ziehen sich zusammen. Außerdem beeinflusst Alkohol Hormonsysteme, die den Flüssigkeitshaushalt und die Gefäßspannung regulieren, sowie die Barorezeptoren, die Blutdruckschwankungen normalerweise ausgleichen.
Hinzu kommen indirekte Effekte, die jeder Weinliebhaber kennt:
- Kalorien: Ein Glas trockener Wein liefert rund 80 bis 100 kcal, Alkohol selbst hat 7 kcal pro Gramm. Dauerhaft begünstigt das Übergewicht, einen der stärksten Treiber für Bluthochdruck.
- Appetit und Salz: Alkohol regt den Appetit an. Zu Wein werden gern salzige Snacks, Käse oder Wurst gereicht, und Kochsalz erhöht den Blutdruck zusätzlich.
- Schlaf: Alkohol verschlechtert die Schlafqualität. Schlechter Schlaf wiederum belastet Herz und Kreislauf.
Die aktuelle Studienlage zum guten Tropfen und Blutdruck
In den vergangenen Jahren sind mehrere große Untersuchungen erschienen, die das Bild deutlich geschärft haben.
Japanische Langzeitstudie aus dem Jahr 2025
Im Oktober 2025 veröffentlichten Forschende aus Tokio im renommierten Journal of the American College of Cardiology eine besonders aussagekräftige Analyse. Ausgewertet wurden Daten von 58.943 Erwachsenen aus insgesamt 359.717 Gesundheitsuntersuchungen in den Jahren 2012 bis 2024. Im Fokus standen Menschen mit leichtem bis mäßigem Konsum, also höchstens einem Getränk pro Tag bei Frauen und zwei bei Männern, wobei ein Getränk mit 10 g Alkohol angesetzt wurde.
Die zentralen Ergebnisse:
- Frauen, die von ein bis zwei Getränken täglich auf null reduzierten, senkten ihren oberen Blutdruckwert im Schnitt um 0,78 mmHg und den unteren um 1,14 mmHg.
- Bei Männern betrug der Rückgang 1,03 mmHg systolisch und 1,62 mmHg diastolisch.
- Wer vorher abstinent war und mit dem Trinken begann, verzeichnete einen Anstieg. Jedes zusätzliche Glas pro Tag erhöhte den Blutdruck im Mittel um etwa 1 mmHg.
- Der Effekt war dosisabhängig: Je mehr jemand vorher getrunken hatte, desto stärker sank der Blutdruck nach dem Verzicht.
- Zwischen Bier, Wein und Spirituosen zeigten sich keine Unterschiede. Entscheidend war allein die Menge an reinem Ethanol.
Die Deutsche Herzstiftung kommentierte die Studie mit dem Fazit, dass es für den Blutdruck keine gesunde Mindestmenge an Alkohol gibt. Gleichzeitig weist sie fair auf die Grenzen hin: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, die keinen eindeutigen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang beweisen kann, und der Alkoholkonsum wurde von den Teilnehmenden selbst angegeben.
Italienische Metaanalyse: kein Schwellenwert
Schon 2023 hatten Wissenschaftler der Universität Modena und Reggio Emilia die Daten aus sieben internationalen Studien mit knapp 20.000 Menschen und einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 5,3 Jahren zusammengeführt. Bei durchschnittlich 12 g Alkohol pro Tag, also etwa einem kleinen Glas Wein, stieg der systolische Blutdruck im Studienzeitraum um 1,25 mmHg. Bei 48 g täglich waren es bis zu 4,9 mmHg. Die Forschenden fanden einen nahezu linearen Zusammenhang und keine Grenze, unterhalb derer Alkohol für den Blutdruck unbedenklich wäre. Das galt auch für Menschen, die zu Beginn noch keinen Bluthochdruck hatten.
Ein paar mmHg, ist das überhaupt relevant?
Ein oder zwei mmHg klingen nach wenig. Auf Bevölkerungsebene sind solche Unterschiede aber bedeutsam, denn das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall steigt mit jedem mmHg kontinuierlich an. In Deutschland leben nach Schätzungen 20 bis 30 Millionen Menschen mit Bluthochdruck, viele davon, ohne es zu wissen. Bei regelmäßigem höherem Konsum sind die Effekte zudem deutlich größer: In einer dänischen Untersuchung lagen die systolischen Werte von Vieltrinkern im Schnitt um bis zu 11 mmHg höher als bei Menschen mit ein bis zwei Getränken pro Woche.
Was offizielle Empfehlungen heute sagen
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)
Im August 2024 hat die DGE ihre früheren Referenzwerte für Alkohol durch ein neues Positionspapier ersetzt. Die Kernaussage: Es gibt keine gesundheitsfördernde und sichere Alkoholmenge. Die DGE empfiehlt daher, möglichst auf Alkohol zu verzichten. Für alle, die dennoch trinken, nennt sie Orientierungswerte:
- Risikoarm: weniger als 27 g Alkohol pro Woche, das entspricht ein bis zwei kleinen Gläsern pro Woche für gesunde, nicht schwangere oder stillende Erwachsene.
- Moderates Risiko: 27 bis 81 g Alkohol pro Woche.
- Hohes Risiko: mehr als 81 g pro Woche.
Kinder, Jugendliche, Schwangere und Stillende sollen grundsätzlich keinen Alkohol trinken. Bemerkenswert: Die DGE unterscheidet bei diesen Werten nicht mehr zwischen Männern und Frauen.
ESC-Leitlinie 2024 zu erhöhtem Blutdruck
Die European Society of Cardiology hat im August 2024 neue Leitlinien vorgestellt, die in Deutschland von der Deutschen Hochdruckliga ausdrücklich begrüßt wurden. Neu ist die Kategorie erhöhter Blutdruck für Werte von 120 bis 139 mmHg systolisch beziehungsweise 70 bis 89 mmHg diastolisch. Als Bluthochdruck gelten weiterhin Werte ab 140/90 mmHg. Für die meisten Behandelten empfiehlt die Leitlinie einen systolischen Zielwert von 120 bis 129 mmHg.
Beim Lebensstil setzt die ESC klare Leitplanken: Der Alkoholkonsum soll auf höchstens 100 g reinen Alkohol pro Woche begrenzt werden, besser ist gar kein Alkohol. Daneben stehen Bewegung inklusive Krafttraining, weniger Salz, mehr Kalium, ein gesundes Körpergewicht und der Verzicht auf Rauchen.
Wie viel Alkohol steckt in deinem Weinglas?
Um Empfehlungen in Gramm einordnen zu können, hilft eine einfache Faustformel: Milliliter × Volumenprozent ÷ 100 × 0,8 = Gramm Alkohol. Der Faktor 0,8 steht für die Dichte von Alkohol.

Einige Beispiele aus der Praxis:
- Achtel [Riesling Kabinett](/kabinett-wein/) mit 10 % vol: 125 ml ergeben rund 10 g Alkohol.
- Achtel Grauburgunder mit 13 % vol: etwa 13 g Alkohol.
- Großes Glas Rotwein mit 0,2 l und 14 % vol: rund 22 g Alkohol, also fast so viel wie zwei Standardgetränke.
- Ganze Flasche mit 0,75 l und 13 % vol: etwa 78 g Alkohol.
Die ESC-Obergrenze von 100 g pro Woche entspricht damit ungefähr einer Flasche Wein mit 13 % vol plus einem Glas. Der risikoarme Bereich der DGE ist mit weniger als 27 g pro Woche erreicht, sobald du zwei Achtel eines kräftigen Weins getrunken hast.
Für Weinfreunde ergibt sich daraus eine interessante Stellschraube: Der Alkoholgehalt unterscheidet sich je nach Stil erheblich. Ein feinherber Mosel-Riesling mit 9 % vol bringt bei gleicher Glasgröße deutlich weniger Alkohol ins Glas als ein Primitivo oder Amarone mit 15 % vol. Wer leichtere Weine wählt, reduziert die Alkoholmenge, ohne auf Genuss zu verzichten.
Bluthochdruck und Wein: Worauf Betroffene achten sollten
Wer bereits einen erhöhten Blutdruck hat oder blutdrucksenkende Medikamente einnimmt, sollte beim Thema Wein besonders umsichtig sein.
Wechselwirkungen mit Medikamenten
Alkohol kann die Wirkung verschiedener Blutdrucksenker beeinflussen. Die Deutsche Hochdruckliga weist in ihrem Patientenleitfaden beispielsweise darauf hin, dass Alkohol die Wirkung von Kalziumantagonisten abschwächen kann. Bei anderen Wirkstoffen kann die Kombination dagegen zu Schwindel oder Kreislaufproblemen führen, etwa beim Aufstehen. Lies daher den Beipackzettel genau und kläre offene Fragen in der Apotheke oder Praxis.
Richtig messen statt raten
Die ESC-Leitlinie stärkt ausdrücklich die Blutdruckmessung zu Hause. Wenn du wissen möchtest, wie dein Körper auf Wein reagiert, miss über einige Wochen regelmäßig zur gleichen Tageszeit und notiere, an welchen Tagen du getrunken hast. Morgens nach einem weinseligen Abend liegen die Werte bei vielen Menschen spürbar höher. Solche Aufzeichnungen sind auch für das Arztgespräch wertvoll.
Besondere Vorsicht bei Risikofaktoren
Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzrhythmusstörungen, Diabetes oder Nierenerkrankungen profitieren besonders von einem sehr zurückhaltenden Umgang mit Alkohol. Bei Vorhofflimmern empfiehlt die entsprechende ESC-Leitlinie sogar, den Konsum auf höchstens 30 g pro Woche zu senken.
Alkoholfreier Wein: Die spannende Alternative
Ganz ohne Hoffnung bleiben Rotweinfreunde nicht. Eine vielzitierte Studie der Universität Barcelona, veröffentlicht 2012 im Fachjournal Circulation Research, liefert einen interessanten Hinweis. 67 Männer mit hohem Herz-Kreislauf-Risiko tranken im Wechsel jeweils vier Wochen lang täglich 272 ml Rotwein mit etwa 30 g Alkohol, die gleiche Menge entalkoholisierten Rotwein oder 100 ml Gin.

Das Ergebnis überraschte: Der alkoholfreie Rotwein senkte den Blutdruck im Schnitt um 5,8 mmHg systolisch und 2,3 mmHg diastolisch. Gleichzeitig stieg im Blut der Botenstoff Stickstoffmonoxid, der die Gefäße erweitert. Beim normalen Rotwein fiel die Senkung mit 2,3 und 1,0 mmHg deutlich geringer aus und war statistisch nicht signifikant. Gin zeigte keinen nennenswerten Effekt. Die Autoren schlossen daraus, dass die Polyphenole im Wein für die positive Wirkung verantwortlich sind und der Alkohol diese eher abschwächt.
Einordnung ist auch hier wichtig: Die Studie war klein, umfasste nur Männer mit hohem Risiko und lief jeweils nur vier Wochen. Polyphenole stecken zudem auch in Trauben, Beeren, Kakao, grünem Tee, Gemüse und Hülsenfrüchten. Ein alkoholfreier Wein ist also kein Medikament, aber eine genussvolle Möglichkeit, das Weinritual beizubehalten und den Alkohol herauszunehmen.
Die Qualität alkoholfreier Weine hat sich in den letzten Jahren stark verbessert. Viele deutsche Weingüter bieten inzwischen entalkoholisierte Rieslinge, Rosés und Schaumweine an, die mit frischer Säure und klarer Frucht überzeugen. Bei Rotweinen ist die Auswahl noch kleiner, weil Alkohol für Struktur und Fülle sorgt, aber auch hier gibt es gelungene Beispiele.
Bewusst genießen: Praxistipps für Weinliebhaber
Wein ist Kulturgut, Handwerk und Genuss. Wer sich entscheidet, weiterhin Wein zu trinken, kann mit einigen einfachen Gewohnheiten seinen Blutdruck schonen:

- Klasse statt Masse: Lieber ein besonderes Glas am Wochenende als täglich ein einfacher Wein aus Gewohnheit.
- Leichtere Weine wählen: Kabinettweine, feinherbe Rieslinge oder leichte Rotweine wie Trollinger haben oft deutlich weniger Alkohol als kräftige Weine aus warmen Regionen.
- Kleinere Gläser und genaue Mengen: Ein Achtel ist ein Achtel. Gieß bewusst ein und füll nicht ständig nach.
- Wasser dazu: Zu jedem Glas Wein ein Glas Wasser verlangsamt das Trinktempo und beugt dem Kater vor.
- Alkoholfreie Tage: Feste Tage ohne Alkohol in der Woche senken die Gesamtmenge spürbar. Aktionen wie der Dry January können ein guter Einstieg sein.
- Weinschorle als Option: Eine Schorle halbiert den Alkohol pro Glas und ist an warmen Tagen ohnehin erfrischender.
- Salzige Begleiter reduzieren: Statt Chips und Salami passen auch frisches Gemüse, Nüsse ohne Salz oder Obst gut zum Wein.
- Alkoholfreie Alternativen probieren: Gute entalkoholisierte Weine und Traubensecco bieten das Ritual ohne Ethanol.
Auch das Umfeld zählt. Bewegung, ausreichend Schlaf, weniger Stress und eine pflanzenbetonte Ernährung nach mediterranem Vorbild wirken sich nachweislich günstig auf den Blutdruck aus. Wein ist dabei bestenfalls ein Genussmittel am Rand, nicht der Kern eines gesunden Lebensstils.
Häufige Fragen zum Thema Wein und Blutdruck
Ist Rotwein besser für den Blutdruck als Weißwein oder Bier?
Nach aktueller Datenlage nicht. In der großen japanischen Studie zeigte sich kein Unterschied zwischen den Getränkearten. Entscheidend ist die Menge an reinem Alkohol. Die Polyphenole im Rotwein können ihre mögliche positive Wirkung nur dann entfalten, wenn der Alkohol fehlt.
Senkt ein Glas Wein am Abend kurzfristig den Blutdruck?
Unmittelbar nach dem Trinken kann der Blutdruck leicht sinken, weil sich Gefäße kurzzeitig weiten. Danach steigt er jedoch wieder an und liegt oft über dem Ausgangswert. Über längere Zeit überwiegt klar der blutdrucksteigernde Effekt.
Lohnt sich Verzicht auch, wenn ich nur wenig trinke?
Ja. Gerade die japanische Studie zeigt, dass auch Menschen mit geringem Konsum von einer Reduktion profitieren. Jedes Glas weniger zählt.
Darf ich mit Bluthochdruck überhaupt noch Wein trinken?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten und hängt von deinen Werten, Begleiterkrankungen und Medikamenten ab. Grundsätzlich gilt: je weniger, desto besser. Besprich deinen persönlichen Rahmen mit deinem Arzt.
Fazit: Genuss mit Augenmaß
Der gute Tropfen und der Blutdruck sind keine Freunde, zumindest nicht, was den Alkohol betrifft. Die Forschung der letzten Jahre zeigt übereinstimmend: Schon kleine Mengen erhöhen den Blutdruck, und eine unbedenkliche Untergrenze gibt es nicht. Wer weniger trinkt, tut seinem Herz-Kreislauf-System unmittelbar etwas Gutes. Die oft gepriesenen Pflanzenstoffe im Rotwein sind real, entfalten ihre Wirkung aber offenbar am besten ohne Alkohol.
Für uns als Weinmagazin heißt das nicht, dass Wein aus dem Leben verschwinden muss. Es heißt vielmehr, ihn bewusst als das zu genießen, was er ist: ein Kulturgut und Genussmittel, kein Gesundheitselixier. Ein besonderes Glas in guter Gesellschaft, achtsam ausgewählt und langsam getrunken, ist mehr wert als die tägliche Routine.