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Neuer Wein: Was ist das eigentlich und wie wird neuer Wein gemacht?

Was ist denn “neuer” Wein? Das hört sich an als wäre schlicht ein brandneu angefertigter Wein. Aber ist dem auch so? Gewissermaßen ja, gewissermaßen nein. Was zutrifft, ist dass der Wein in jedem Fall neu ist. Es ist ein gerade hergestellter und frisch gepresster Traubenmost der aus roten und weißen Rebsorten besteht. Der Prozess der alkoholischen Gärung hat gerade erst begonnen, aber es fand noch keine Filterung statt. Es ist also ein neuer Wein, der noch kein Wein ist. Im Grunde werden als neue Weine alle Zwischenstufen vom Traubenmost bis zum fast durchgegorenen Jungwein bezeichnet. Dieser wird dann später, nach allen Verfahren der Gärung, entweder Weiß-, Rot- oder Roséwein genannt.



Die Arten, Rebsorten und Bezeichnungen von neuem Wein

In den deutschsprachigen Weinregionen gibt es für den neuen Wein verschiedene Ausdrücke, die teilweise auch unterschiedliche Reifestadien des Weines an sich bezeichnen. Häufig beziehen sich die Namensgeber dabei auf die Farbe oder auf Empfindungen der Zunge, im Kopf oder im Verdauungsbereich.

In Deutschland unterscheidet man zwischen Federweißem, aus weißem Traubenmost und Federroten, aus rotem Traubenmost. In Österreich nennt man alle Farbvarianten des neuen Weins “Sturm”.

Suser oder Sauser nennt man ihn In Teilen des Westen Deutschlands und in fränkischen Weinbaugebieten, in der Deutsch-Schweiz und in Südtirol. An der Hessischen Bergstraße und in Rheinhessen wird er Rauscher genannt und in der Pfalz meist Neier Woi/Wei, das ist umgangssprachlicher Dialekt und steht einfach für neuer Wein, Bitzler ist dann eher der speziellere Ausdruck. In Franken werden die ersten und süßen Gärstufen als Bremser bezeichnet. In anderen Orten sind Namen wie junger Wein, Riser, Krätzer, neuer Süßer, Staubiger oder Gestaubter üblich. In Italien nennt man ihn Vino Nuovo („neuer Wein“), im französischen Sprachraum vin bourru, das heißt mürrischer Wein.

Auch neue Weine sollte stehts mit der richtigen Temperatur getrunken werden, daher empfiehlt es sich auch bei diesen Weinen eine Weinkühlschrank zu nutzen.

 

Die Herstellung von neuem Wein

Vor allem im Frühherbst wird neuer Wein hergestellt, wenn die Herstellung von Wein im Allgemeinen beginnt. Die früh reifenden Rebsorten wie Bacchus, Ortega oder Siegerrebe werden dann zu dieser Zeit hergestellt. Großproduzenten greifen teilweise auch auf Most aus Südeuropa zurück, der in Tankwagen angeliefert wird, beispielsweise aus Italien oder Spanien. Mit Eintreffen des Herbstes und voranschreitender Traubenreife kann theoretisch jede Rebsorte verwendet werden.

Roter neuer Wein wird vor allem in Rotwein Regionen wie an der Ahr produziert, aber auch in anderen Weinbaugebieten. Als früh reifende rote Sorten eignen sich besonders gut Frühburgunder oder Dornfelder.

Der Traubenmost beginnt aufgrund von den natürlich enthaltenen oder zugesetzten Stoffen wie Hefe zu gären. Es ist aber auch abhängig von der Lagertemperatur wie schnell er gärt. Bei dem Gärungsprozess werden die aus den Trauben stammenden Zucker wie Glucose und Fructose in Alkohol und Kohlensäure gespalten. Normalerweise werden nur die Trauben für neuen Wein verwendet, die nicht das Potenzial haben, zu einem hochwertigen und lagerfähigen Wein vergoren zu werden, da man sonst eher Verluste machen würde. Neuer Wein ist meistens günstiger als lagerfähiger “normaler” Wein.


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