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Korken oder Schraubverschluss – Was ist besser?

Was kann ein Wein ohne Korken wirklich?

Teuerer Wein? Günstiger Wein? Rotwein oder Weißwein? Korken oder Drehverschluss? Das sind seit einigen Jahren die grundlegenden Fragen in Sachen Wein und beschäftigt Winzer, Konsumenten und Experten sowie Wissenschaftler. Es gibt wie bei allem geteilte Meinungen, verschiedene Erfahrungen und verschiedene Ratschläge von überall auf der Welt.

In Italien machen die das so, in Frankreich so und in Australien so. Wer hat nun Recht? Was ist richtig und was ist falsch? Gibt es überhaupt richtig und falsch? Die Frage die man sich eigentlich stellen muss ist “entweder oder”. Dabei geht es ja letztendlich darum, dass der Wein bestmöglich und so lang wie möglich gelagert werden kann, innerhalb der Flasche. Bestmöglich im Sinne der Reife und der Geschmacksentfaltung bzw. Entwicklung, so lang wie möglich im Sinne der Aufbewahrung nach dem er einmal geöffnet ist.



Schraubverschluss vs. Korken

Der Korken bei Wein

Nicht nur in Italien, Frankreich oder Spanien, sondern auf der ganzen Welt steht eine Flasche, mit einem Naturkorken verschlossen für einen echten Premiumwein. Ein guter Korken verschließt die Flasche nicht nur, sondern schützt den Wein auch vor schlechten Einflüssen.

 

Der große Vorteil liegt für viele Weinliebhaber im Material. Das natürliche Material der Korkeiche hält zwar dicht, lässt aber zugleich kleine Mengen an Sauerstoff in das Innere der Flasche dringen. Durch den leicht erhöhten Sauerstoffkontakt entwickelt sich ein Wein unter Umständen in der Flasche weiter und entwickelt ganz besondere Aromen, besonders bei Rotwein wird der Korken sehr genutzt.

 

Jedoch kann sich ein Wein auch bestens ohne zusätzlichen Sauerstoffkontakt hervorragend in der Flasche entwickeln. Es gibt keine eindeutige Studie, die belegt, dass der besonders gute Geschmack eines Weins auf zusätzlichen Sauerstoffkontakt zurückführen ist. Außerdem hat ein Korkverschluss allein schon aufgrund seines Materials nicht nur Vorteile sondern auch Nachteile.

Lagert eine Flasche stehend, kann der Korken porös werden und die Flasche nicht mehr optimal verschließen. Eindringende negative Einflüsse wie Gerüche können dann das Bukett und den Geschmack verderben. Zusätzlich kann es passieren, dass ein Kork 2, 4 oder 6 Trichloranisol (TCA) entwickelt. Dieser Stoff steht für das, was allgemeinhin als „Verkorkung“ bezeichnet wird und kann den Geschmack des Weines grundlegend verderben.

Der Drehverschluss bei Wein

Viele Genießer sehen in dem Schraubverschluss bei Weinflaschen nicht nur einen Untergang der Qualität sondern auch der gesamten Weinkultur. Dabei hat ein Schraubverschluss die Sicherheit eines Korken, ohne aber die Nachteile des Korkens zu besitzen. Außerdem benötigt man keinen Korkenzieher zum öffnen der Weinflasche. Er hält dicht und schützt perfekt vor schädlichen Einflüssen. Da er nicht porös werden kann, lassen sich Flaschen mit Schraubverschluss sogar stehend lagern, was mehr Flexibilität erzeugt.

Dieser Verschluss entwickelt zudem keine Stoffe, die den Wein beeinflussen können. Was ebenfalls gesagt wird, aber nicht so ganz zutrifft, ist dass ein Schraubdeckel das weitere Reifen eines Weins in der Flasche verhindern würde. Es befindet sich bei der Abfüllung immer ein kleiner Rest an Sauerstoff in der Flasche, zudem haben chemische Analysen ergeben, dass für das weitere Heranreifen nicht unbedingt zusätzlicher Sauerstoff nötig ist. Ebenso wie bei einem Korken reiften alte Rotweine mit Schraubverschluss nach einigen Jahren zu.

Außerdem ist ein Schraubverschluss mit einem Preis von wenigen Cent pro Stück um einiges günstiger, als ein Korken. Ein guter Korken, vielleicht sogar handgemacht, kann auch mindestens einen Euro pro Stück kosten. Dies spiegelt sich dann auch in dem erhöhten Preis für einen solchen Wein wider.

 

Entweder oder

Es ist schwer zu sagen was nun besser ist, Drehverschluss oder der gute alte Korken. Rein objektiv spricht vieles dafür, einen Schraubverschluss zum Sieg zu küren. Doch der Korken verleiht nach wie vor mehr Flair als der Drehverschluss, das Ploppen wenn man die Flasche mit dem Öffner öffnet ist in jedem Ambiente unschlagbar und gibt jedem Weingenießer ein extra Gefühl von Finesse, daher sind viele Weinkenner bereit auch etwas mehr zu zahlen – für einen Korken Wein.

Es kommt eben einfach auf den Anlass an, zu welcher Flasche man greift. Bei einem romantischen Dinner zu zweit, bei der die Inszenierung und die Atmosphäre entscheidend sind, wird der Mann wohl eher die Flasche mit dem Korken bevorzugen. Bei einer großen Feier, bei der zahlreiche Gäste zufrieden gestellt werden müssen, empfiehlt sich hingegen der Schraubverschluss, leicht zu öffnen, leicht zu verschließen, vor allem schnell.

Unser Fazit

Egal ob es nun der Schraubverschluss oder der Korken sein wird, eines ist auf jeden Fall sicher. In beiden Flaschen wird sich eine gleich hohe Qualität an Wein befinden.



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